Archive for the ‘kein schall, kein rauch.’ Category

Es sprüht Funken.

Thursday, November 10th, 2016

thats-her
Es gibt Skorpiontum vor, jedoch. Ist es kein Stachel; ihm wachsen Harpunen aus dem Arsch. Kampfbereit aufgereiht, angespitzt, mindestens zwei Kinderhände braucht es zum Zählen. Auch von vorn: perfekter Panzer. Es hat irgendwas von Militär. Was Überwachendes scheppert. Unhackbar, weil analog. Ist das beim BND bekannt? BfV? Aus seinen Augen schaut es bergab, so hoch ist das Podest, auf dem es thront. Die Luft dort oben scheint dünn, denn es röchelt häufig. Vor allem kurz vorm Fauchen. Seine unschlagbare Geheimwaffe? Das glaubt kein Mensch, wie wenig es braucht. Wie gewieft, weil überraschend: Es betritt die, die am Boden liegen. Spuckt Feuer um die Ohren derer, die zaudern, hadern, zadern. Sich sehnen und dann vom Fleisch fallen. Es sprüht Funken! Sternenhagel, Funkenschlag, aus seinen Augen blitzt es rücksichtslos und mit Tonnengewicht. Immer dasselbe: es vibriert hochgespannt. In diesem Moment könnten es phantasievolle Menschen gar für einen Vogel halten. Der platzt. Nie. Und danach: bewegt sich keine mehr. Totale Paralyse. Altersheim in Zeitlupe.

Und all das ist, ehrlich gesagt, das Allerletzte. Und wieso ist das so. Und wieso geht das. Und wieso verdammt noch mal fällt Erntge nichts dazu ein!

Zwei Alphabete…

Sunday, May 31st, 2015

abc

… sitzen im Park. Der Zufall, der die beiden zusammengeführt hat, glänzt glatt in der Sonne, er strahlt. Wie die beiden so reden, erinnert irgendwie an Taubenschlag. Erntge hört jedenfalls keine Pause.

Abc: Dein F ist der Hammer.
ABC: Findste echt?
Abc: Auf jeden Fall. Gedoppelt auch stark, FF, was das alles anknipst…
ABC: Danke. Du bist nett. Ich mag dein E.
Abc: Was? Das olle E? Das doch total vermainstreamt und so inflationär. Ich sag nur 17,39%!
ABC: Nee. Das E ist großartig: erlesen, exquisit, elementar, elegant, entkrampft, edel… E macht super Wörter.
Abc: Perec hat diesen Roman geschrieben, in dem kein einziges E vorkommt.
ABC: Ich weiß. Ich mag das E trotzdem. E-Dur ist meine Lieblingstonart.
Abc: Mich nervt das E zuweilen. Alles ist heute mit E und Bindestrich.
ABC: Ach komm. Du weißt doch wie das geht mit der Zeit: Veränderung ist gut!
Abc: Ja. Was hältst du von K?
ABC: Hui. Knackig! K ist super. Ich find K bringt immer so Schwung rein: knebeln, knick knack, Knollo, knarzen… manchmal so schön unbequem…
Abc: Ja. Das find ich auch. Was mit L?
ABC: Och… Meim L fehlt’s manchmal an Charakter, glaub ich. So luschimäßig is meins: Linde, Lätzchen, Langeweile. Wie ist das bei dir?
Abc: Ich weiß nicht. Mal so mal so (…)

So reden die beiden Alphabete. Immer weiter. Erntge glaubt fast, ihnen wachsen bald Bärte.

Erntge ohne.

Wednesday, May 15th, 2013

Kein Schmetterling, dessen Flügel sich in schwarzem Zähteer festgeflogen haben, kann allein von der Erinnerung ans Fliegen überleben. Er verhungert, erstickt, verendet. Alles gleichzeitig.
…Andre Sachen sind da viel schwerer zu verstehn.

Die Cousine der Arbeitslosigkeit*

Wednesday, April 17th, 2013

kunst

Es gibt sie endlich im Automaten zu kaufen! Ja, wirklich. So wie Fahrradschläuche, Pizza und Kaugummi gibt’s nun auch SIE im Automaten an der Ecke: Kunst, die Cousine der Arbeitslosigkeit! Und das natürlich was für Erntge!

Mit Erntges erstem Berufswunsch Mäzenin will es offiziell nämlich noch nich klappen. Automat sei dank klappt es nun aber im Kleinen! – Erntge ist sehr glücklich, wo sie doch nur noch steile Ideen supporten will. Solch Mini-Mäzentum in blauer Stunde am Automaten hat nur Vorteile: es kostet fast nix, geht schnell und lästige Begleiterscheinungen klassischen Mäzentums bleiben aus. (so wie Schlangen vor der Haustür, Schirmherrschaftsanfragen,  moralische Verpflichtungen, usw.)

Drei Euro also für eine kleine Schachtel, einen „Kunstraum der besonderen Art“ mit Unikat drin. Warnhinweis gibt’s auch: Inhalt könnte „verwirren, erhellen, aufregen“. Oha. Stimmt auch alles! Tausend Fragen purzeln mit aus der Kunst, die haben alle mit Konsum und Beliebigkeit und Bastelstunden in der Grundschule zu tun. Und damit, was die Künstlerin von Erntges gezogener Kunst wohl mit dem Geld anfangen wird. Der Begleitzettel versucht zu vermitteln: „Rückkehr zur Gegenständlichkeit“, „intensive Emotionalitäten“, „reduzierte statuarische Darstellungen mit symbolhaften, sinnbildlichen Mitteln“… das also steckt alles in Erntges gezogener Kunst! Wow!

„Die Sinnbildlichkeit äußert sich in der Bildsinnlichkeit der Figuren.“
… Erntge hat alles richtig gemacht.

* Hört Die Türen!! Noch öfter! Popo!

Zerfeiert. Klare Ansage vom Kater.

Sunday, March 10th, 2013

komplett im arsch.

Ernt: Du warst lang nicht hier.
Kater: Du hast mich immer ausgeladen.
Ernt: (stöhnt und dreht leicht den Kopf) Du bist mir beim Tanzen auch in Nacken gesprungen, ey! War das wirklich nötig.
Kater: (feixt) Da spring ich am liebsten rein.
Ernt: Und hier, der untere Teil meiner armen Waden. (zeigt auf die schmerzenden Stellen) Wann geht das wieder weg!
Kater: Links und rechts von deim Bauch hatt ich auch meine Kralle drin, ungefähr als ihr Feine Sahne getanzt habt.
Ernt: … komplett im Arsch. Wie lange willst Du bleiben, ich hab Montag wieder Schule.
Kater: Ach komm, bisschen noch, wer weiß wann ich dich das nächste Mal seh. Du bist andauernd so vernünftig.
Ernt: Mein Darm is irgendwie auch komplett im … äh.
Kater: Nu krieg dich ma ein.
Ernt: Mann, dis…
Kater: Um 4 biste barfuß auffe Wiese rumgesprung! Und blank gezogen habt ihr, hattste das überhaupt schon mal? Kann ich mich jedenfalls nicht dran erinnern.
Ernt: (kichert, dann ernst): Meine schöne Pflanze is total zerfleddert.
Kater: Mit Pflanzen kann man tanzen.
Ernt: (kichert wieder): Ey kiek dich ma um, wie’s hier aussieht! Mein schön Stuhl hat’s auch erwischt. Den hat mir ma jemand zum 18. geschenkt…
Kater: Das räumste morgen auf. Und nu krieg dich ma ein. (genervt) Ehrlich, kommste endlich ma wieder aus dir raus und heulst nur rum.
Ernt: Harrrr, es tut eimfach weh, verstehst!
Kater: Hättste lieber verzichtet oder was.
Ernt: (fällt was ein. Ein Leuchten achterbahnt ihr durch die verquollenen Augen) KATERLEIN, nein! Je ne regrette rien, ehrlich!! Ich lieb dich und dass du da bist. Komm schnurr bisschen auf meim Schoss, ich kraul dir den Kopf. In der Küche is auch noch Milch, vielleicht is die noch gut.

mmmmmbEssER mmmmmwäR…

Wednesday, August 10th, 2011


…. mmmmmb  mmmmmbEssER mmmmmwäR mmmmmwäR wÜ mmmmmwÜ mmmmmwÜteNd ALs mmmmm mmmmmtRAU mmmmmtRAU Rig.  mmmmmwo mmmmmwo mmmmmbLEibt mmmmmd kkkkk mmmmmdENN mmmmmbl mmmmmbl bl mmmmmbloß mmmmmdiE mmmmm mmmmmwUt?

Antworten für Alice.

Saturday, May 21st, 2011


Alice hatte kurios geträumt und war sich nicht sicher. Wohl auch deshalb hatte sie ihre Frage in einer Sprache formuliert, die man weder in ihrem, noch in Erntges Land sprach. Erntge hatte lange nachgedacht. Doch wer weiß schon über alles bescheid? Alice soll sich die Antwort aussuchen, die ihr am besten gefällt:

Well yes, she was.
Denn real war ihr Vergnügen, jemand zu sein, der ihr gefiel. Sie will überhaupt nie wieder was anderes machen. Auch wenn unter der glatten Oberfläche Manches brodelte und Geheimes unausgesprochen blieb, war doch alles echt. Alice, believe me, she was.

Well no, she wasn’t.
Unter der Ritterrüstung trug sie zur Sicherheit ein Kettenhemd. Nur wenige Menschen bestehen ohne Verstärkung parallel in verschiedenen Welten. Sie hat versprochen, alles Metall abzulegen, sobald sie in der ihren sicher angekommen ist. Please don’t be angry with her.

Lieber Ayman Harper,

Monday, December 20th, 2010


schön Dank fürs Stück im Hau gestern abend! Tanztheater ist eigentlich nix womit ich besonders viel Erfahrung hätt, aber schon die Ankündigung von (theLID hatte mich ganz schön angefixt. Eigentlich bin ich wohl vor allm wegen der Musi gekomm, weil ich finds irgendwie immer fein, wenn wer live auf der Bühne Ton gibt. Und Bühne kann ja auch ma Wohnzimmer sein. Wie Samstag auf dieser Privatparty, wo mehrere Bands lustig verkabelt zwischen Sofa und Stehlampe spielten. War natürlich nich son steiler experimenteller Elektro wie bei Dir gestern abend, ich mein, Matmos macht ja wohl auch mehr auf Geräusch und Effekt, ne? Die hatten ja wohl auch ma mit Björk, wa? Puh! Na jedenfalls. Fand ichs super und das wollt ich Dir ma sagen.

Nachdem Du uns im ersten Teil erklärt hast, dass Körper Geräusche machen können und auf Geräusche reagieren, gings ja wohl im zweiten Teil richtig ab! Welche Dynamik da plötzlich so ein paar Bässe auslösen, ja? Wow. Da saß keiner still, glaub ich. Dein raschelndes Zeitungspapierkostüm war ja wohl knüllermäßig, auch Dein Tanz in Besenborstensohlen auf der verstärkten Blechplatte.
Wobei ich ja meistens auf Deinen Tänzerkumpel gucken musste, der war ja oft ganz schön aufragend angezogen: als schmetternde Diva hinter Plexiglas, im Anzug aus Alufolie und später als Alien mit überdimensioniertem Kopf. Was war das eigentlich für ein krassko glänzendes knisterndes Papier, aus dem ihr seine Kostüme gebaut habt? Passte jedenfalls in gold und silber großartig zu seiner braunen bemuskelten Haut. (Ich glaub, bei Tanztheater geht’s auch viel um Körperästhetik, ja?)
Das Bild von ihm im halben Hochzeitskleid war ganz toll. Keine Ahnung, wo dieses Bild herkommt, vom schwarzen Mann im Hochzeitskleid ab Hüften, mit kurzen Haaren und freiem Oberkörper und Hackenschuhen, der über die Bühne oder überhaupt irgendwo langpest. Großartig! Unglaublich fetziges, starkes Bild, das hängen bleibt. Auch sein Intermezzo mit dem enorm langen beweglichen Plastikrohr war unglaublich.

Ey und Ayman, als Du am Ende das ganze Chaos (inklusive Publikum) so zackig mit fettem Tape zugeklebt hast, an dem dann immer auch so Fetzen Deines Kostüms hängen blieben, – ey, das war der Knüller! Als hättest Du wie in diesen amerikanischen Filmen einen Ort des Verbrechens markieren und nach außen abschirmen wollen. Als wäre das ganze zuvore Chaos aus Musik und improvisierter Bewegung ein Verbrechen gewesen, weil es verstört hat und ohne Regeln war: die Metalldrehscheibe, die Kabelkrake, die tausend nutzlosen kleinen Gegenstände, mit denen vorher flüchtig oder eindringlich Ton entstanden war, die beiden Nerds am Rechner und der Alien, die sich nach Belieben gegenseitig Impulse gesendet und jeweils reagiert hatten. Als wärst Du in Deinem Anzug aus Zeitungsfetz so eine Art Kontrollinstanz gewesen: jemand der Schubladen liebt und deswegen Ordnungsgesetze vorschreibt und dann durchdreht, wenn etwas nicht in seine Schubladen passt (Kulturkritiker, alle Ordnungshüter). Deswegen hast Du vielleicht auch den wankend-tänzelnden Traum-Alien unter die zuckende Knisterfolie getackert mit Deinem Tape, hast ihn so eingesperrt, ihm seine Freiheit genommen und umgebracht. Was anders und nicht fassbar ist, muss schließlich weg. Großes apokalyptisches Tamtam schließlich und dann, still, eine verlassene, verwüstete Bühne.

Mir ging jedenfalls das Herz auf, als es am Ende wieder unter der Folie knisterte und daraus, wie aus einem Kokon, ein neuer, nackter Mensch schlüpfte. Der sich fürs verlassene Chaos auf der Bühne interessierte und dem ich ganz stark zutrau, dass er nach der Katastrophe was Neues schafft. Mensch. Toller Ausblick, schön Dank!

Deine Erntge.

Falschrum auf die rechte Seite.

Thursday, November 11th, 2010

Wir sind noch nicht zurück aus dem Land der Unergründlichkeiten.
Du bist mittendrin. Was um Dich herum verstehst Du?
Im Dunkeln haben wir es betreten.
Reflexe, ja. Sehen aber erst ab 8 Wochen. (Und kurz danach Brille.)
Es gibt dort Wasser, Feuer, Computer, Medienkonzerne und Erde.
Brauchen alle. Zahlen alle.
Wir könnten uns verwirklichen, würden wir endlich alles in die Luft jagen.
Ja! … wobei… ist das denn so?

Wir können uns weiter vor den belanglosen Ramschkönigen verbeugen.
Woher hast du das? Ich glaub, das ist auch was für mich. Wie viel?
Wir können weiter hoffen, eines Tages in der Familie anzukommen.
Mutti mal wieder anrufen. – Ein Kind? Jetzt? Hier rein?
Sicher kannst du dein eigener Börsenfreak werden.
Zahnarzt, Rechtsanwalt, Astronautin, Kosmonautin. Papst bist du schon.
Wir können ins Auge fassen, dass uns alles bald um die Ohren kracht.
„Die kommenden Tage“: 8€ im Cinemax am Potsdamer Platz.

Herum um die Olivenbäume zucken die Ursprünge.
Die originelle Idee: Ausgangspunk und Ausblick. Für alles.
Werden endlos im Mehl hin und hergerollt – sehen sich dabei zu.
Schleier aus Regeln, Codes, Gesetzen. Was bestimmst du selbst?
Linksrum, rechtsrum, linksrum, rechtsrum.
Du bist von hinten wie von vorne A-N-N- was?

Ist für heute Abend eine Feuerkatastrophe im Halbrund vorgesehen?
Jemand Nachrichten geguckt? Nä, ich auch nich.
Man könnte meinen, dass es Zeit für einen anderen Kreis ist.
Im Kreis laufen ist heiß laufen. Und allen juckt’s so in den Fäusten…
Wir können die Vorbilder streicheln ohne uns vom Unten zu entfernen.
„Was früher revolutionär war, kannste heut im Laden kaufen.“
Wir können vom Weggehen träumen, ohne uns von hier weg zu bewegen.
Grad könnt ich nach Kolumbien, Italien und Frankreich. Und buch nix.

Es scheint, die weiße Taube habe 300 Tonnen Blei im Flügel.
Dein Widerstand bleibt ungehört.
Es scheint, wir müssten uns an Frühlinge ohne Schwalben gewöhnen.
Frühling… ja gibs den denn noch?
Schneewittchen hat die Verhandlungen abgebrochen.
Ulrike Meinhof und Susan Sontag wissen warum.
Einzig der Prinz leitet Protestaktionen ein.
Lass das genderding mal außen vor: ein Hoch auf den Prinzen!

Müssen wir uns für immer und ewig für die Gerade verbiegen?
Wer gegen den Strom schwimmt, hat’s schwer.
Beten, um die grünen Weiten zwischen den Wänden einer Schachtel zu finden?
Grüne Weiten wollen alle. Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?
Ist dies Anfang oder Ende des Weges in der Ferne, die wir erahnen?
Wer will das wissen, wenn wir uns eh im Kreis drehen?
Spezielle Widmung der Pfütze, in der wir schwimmen und ertrinken.
Der November ist ein Regenmonat.

Herum um die Mandelbäume erblühen die gedämpften Welten.
Präsens ist immer, was ich grad nicht brauch.
No pasaran unter dem gebeugten Joch.
Sag, träumst du?
Linksrum, rechtsrum, linksrum, rechtsrum.
Du bist von hinten wie von vorne A-N-N- was?

(frei: Noir Désir, A l’envers à l’endroit)

klar_text.

Tuesday, October 19th, 2010


Das Fleisch sägt sich in den neuen Schreibtischstuhl.
Augen zerfasern. Zerfleddern, hängen so ab.

A b c d e f g a h c, äh…, i j k l m n o p q r s t u v w x y z.
Ä ö ü.  Und C cedille auch.
In groß, in klein: alles meins.
Die purzeln morgens aus der Dusche. Und
werden abends im Zahnpastakleidchen ins Waschbecken gespuckt.

Kommunikation mit Ton gibs im Intershop.
Den kann, wer lang sitzt und TEXT, sich leisten.

Zeit?
Ja: Nomen, Femininum Singular, Flexion allerdings nur mäßig interessant. Drückt Abfolge allen Geschehens aus. Dimension und so. Morphologisch nix zu machen: nackiges Morphem, da präfixt und suffixt nüschte. Hm. Antonym gibs erst gar nich, Zeit is nämlich immer da.
Für Erntgi und den Schreibtisch und siehe oben.