Vorschlaghammer Regen: Illusion zerkloppt.


Das mit den Gummistiefeln war vielleicht nicht die schlechteste Idee, die Erntge je hatte. Im Seuchengebiet schützten sie vor teilweiser Verschlammung zweier verquollener Extremitäten. Natürlich geht optimaler immer. Sie hätten a) 2-3 Nummern größer sein können. Oder b) atmungsaktiver, denn wo keine Luft rauskommt, bilden sich Mikrokosmen, deren Existenz ernt ungern zur Kenntnis nimmt. In Kombination ergeben a) und b) Hackenraspelsalat. Das ist nicht schön. Es hätte c) ja auch nicht regnen müssen. Jedenfalls nicht die ganze Zeit. Typischer norddeutscher Sommer hin oder her: nass erträgt sich leichter bei Aussicht auf Trocknung. Bleibt diese aus, vervorschlaghammert so ein Dauerregen die Gehirnhälften.

Und außerdem gefährdet er die Illusion! Zu seinem 15. Geburtstag hätte sich das beste Festival der Welt wieder einmal selbst übertreffen können: alles war da. Ein Überangebot an schillernden Zugängen zu prächtigen Parallelwelten. Licht, Farben, Töne, Wörter, Bilder. Feuerspuckende, schwankende Turmbühnen. Viel vom Schein spülte der Regen davon.

Was bleibt: der Glaube an dieses Festival, das sich im Zwischen von Realität und Illusion selbst organisiert. Wo Farben Farben und nicht Werbung sind. Wo erahnbar wird, was möglich ist. 100% Sympathisantin.

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